Warum Sonnenschutz mehr ist als eine Zahl auf der Tube
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, bevor die Haut einen Sonnenbrand entwickelt – verglichen mit ungeschützter Haut. LSF 30 filtert rund 97 % der UVB-Strahlen, LSF 50 rund 98 %. Der Unterschied klingt klein, ist aber bei empfindlicher oder heller Haut sowie bei längerer Sonnenexposition relevant.
Was viele nicht wissen: Auch UVA-Strahlung schädigt die Haut – sie dringt tiefer ein, begünstigt Hautalterung und steht im Zusammenhang mit Hautkrebs. Ein guter Sonnenschutz muss deshalb breitbandig sein und sowohl UVA als auch UVB abdecken. Achten Sie auf das UVA-Logo auf der Verpackung.
Die häufigsten Fehler beim Auftragen
Zu wenig auftragen: Die meisten Menschen verwenden nur 20–50 % der empfohlenen Menge. Für den Körper eines Erwachsenen sind rund 30–40 ml pro Anwendung nötig – das entspricht etwa 6 Teelöffeln.
Zu spät auftragen: Chemische Filter benötigen rund 20–30 Minuten, um wirksam zu werden. Mineralische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) wirken sofort nach dem Auftragen.
Kein Nachauftragen: Sonnenschutz hält nicht den ganzen Tag. Spätestens alle zwei Stunden sowie nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen erneut auftragen.
Vergessene Stellen: Ohren, Nacken, Füssrist und Kopfhaut (bei dünnem oder fehlendem Haar) werden häufig übersehen.
Welcher Sonnenschutz für welche Haut?
Bei empfindlicher oder zu Akne neigender Haut: mineralische Filter auf Basis von Zinkoxid oder Titandioxid, die weniger reizen. Bei trockener Haut: Formeln mit zusätzlichen feuchtigkeitsbindenden Wirkstoffen. Bei sehr heller Haut oder Vorgeschichte von Hautkrebs: LSF 50+ täglich, auch im Winter und bei bewölktem Himmel – UV-Strahlung wirkt auch durch Wolken.
Was Sonnenschutz nicht ersetzen kann
Sonnenschutz reduziert das Risiko, ist aber kein Freifahrtschein für stundenlange Mittagssonne. Textiler Schutz, Schatten und das Meiden der intensivsten Sonnenstunden (11–15 Uhr) bleiben die wirksamsten Massnahmen. Bei Veränderungen an Muttermalen oder der Haut nach Sonnenexposition: zeitnah dermatologisch abklären lassen.




